Southbound-Logistik: Resupply in der Sierra Nevada

Neben der nicht ganz einfachen Planung zu Beginn des Trails, gibt es eine weitere Schwierigkeit, mit der SoBos umgehen müssen. Man kommt als SoBo in die Sierra Nevada – also den Trailabschnitt zwischen dem Sonora Pass und Kennedy Meadows mit einer Gesamtlänge von 507km – wenn die Hauptwandersaison sich bereits dem Ende zuneigt, nämlich irgendwann zwischen Mitte und Ende September, je nach Wandertempo. Hier kann es passieren, dass einige klassische Versorgungsstopps bereits zugemacht haben. Man sollte um sicherzugehen, rechtzeitig vorher prüfen, was noch offen hat, egal wann die offiziellen Schließzeiten sind. Ich möchte Euch hier generelle, allgemein akzeptierte Pläne, für die Versorgung in der Sierra zeigen, ebenjene klassischen Versorgungsstopps vorstellen und mögliche Alternativen diskutieren. Auch hier werde ich etwas weiter unten zur Anschaulichkeit den entsprechenden Kartenausschnitt einstellen.

Ganz grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für den Resupply in der Sierra. Entweder man sendet sich für die gesamte Strecke Pakete an insgesamt drei Stopps (auf die ich später zurückkommen werde), die mehr oder weniger direkt am Trail liegen. Oder man verschickt an zwei Stopps und verlässt den Trail zwei mal, um in Städte zu trampen und dort einzukaufen. Es gibt in der Sierra Nevada keine Ortschaft, die nahe am Trail liegt. Es ist das größte Wildnisgebiet in den zusammenhängenden Vereinigten Staaten (also minus Hawaii/Alaska) und der längste Abschnitt ohne eine einzige Straße auf allen Fernwanderwegen der USA.

Was also sind die klassischen Paketstopps?

  • Kennedy Meadows North (nicht mit dem südlichen Pendant zu verwechseln) am Sonora Pass. Hierher schickt man sich in der Regel seinen Bärenkanister und auch Verpflegung, egal wie man dann weiter vorgeht. KMN schließt offiziell am Columbus Day, also am 12. Oktober.
  • Das Vermillion Valley Resort (VVR) ist 222km vom Sonora Pass entfernt und macht in den ersten beiden Oktoberwochen zu. Manche Wanderer senden sich hierhin dann genügend Verpflegung, um die gesamte Reststrecke nach Kennedy Meadows South in einem Stück zurückzulegen (284km). Wenn man rechnet, dass man maximal Essen für ca. 12-14 Tage getragen bekommt, dann bedeutet das einen Schnitt von fast 24km pro Tag und das über insgesamt acht Hochgebirgspässe mit Höhen zwischen 3350-4009 Metern. You be the judge.
  • Nach Kennedy Meadows South schickt man sich dann wieder hin wie her Versorgung für den Abschnitt bis Lake Isabella/Kernville.

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Wie sehen nun die Alternativen aus?

  • Statt bis VVR kann man vom Sonora Pass bis Reds Meadow wandern (178km), von dort gibt es sogar einen Bus nach Mammoth Lakes (der allerdings nur bis zum Labor Day Wochenende, dieses Jahr also 3./4. September fährt). Ansonsten eben trampen.
  • Von Reds Meadow ist es dann eine durchaus gängige Option bis zum Kearsarge Pass zu gehen (189km) und von dort nach Independence zu trampen (wenn man wegen der späteren Jahreszeit niemanden mehr findet, der einen mitnimmt, kann man zur Not auch laufen, 20km sind machbar). Da dieses nicht viel zu bieten hat, entscheiden sich manche Hiker auch noch weiter nach Bishop oder Lone Pine zu hitchen.
  • Nach Bishop kommt man auch über den Bishop Pass und nach Lone Pine über den Cottonwood Pass und Horsehoe Meadows. Hier gilt aber das Trampen als schwieriger.
  • Auf jeden Fall abgeraten wird davon, das Whitney Portal für den Ausstieg Richtung Lone Pine zu nutzen. Erstens benötigt man eine gesonderte Erlaubnis dafür und zweitens ist der Verlust an Höhenmetern riesig (ca. 1500).

Ich weiß natürlich jetzt noch nicht genau, wie das bei mir aussehen wird, aber die Variante, die Strecke von VVR bis KM am Stück zu wandern, halte ich für ziemlich wahnwitzig. Der einzige Vorteil, der einem einfällt, ist, dass man den Trail nicht groß verlassen und man daher auch nicht die beim Abstieg verlorenen Meter nachher wieder hochwandern muss (manche wenden auch noch ein, dass es die größte Wildniserfahrung auf dem Trail sei, 2 Wochen komplett ohne Zivilisation zu sein). Trotzdem bin ich mir sehr sicher, dass ich eine der Möglichkeiten zum Resupply in den Städten nutzen werde. Wichtig für SoBos ist tatsächlich vor allem, die Öffnungszeiten vorher zu checken und daran zu denken, dass man außerhalb der Hauptsaison unterwegs ist, heißt es kann sein, dass man beim Trampen mehr Geduld braucht.

 

 

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