(Un)-Hygienisches

Das wird einer meiner Lieblingsbeiträge, ganz sicher, mal ein kurzer Eindruck von der tatsächlichen Hygiene auf dem PCT. Wie hat das toilettenlos funktioniert, wie fühlt es sich an zu stinken wie die Pest, juhuuu?

  • Aufs Klo gehen: ähnlich wie beim Finden von Zeltstellen, entwickelt man recht schnell ein Gespür für geeignete Stellen ein Cathole mit seiner Poop Shovel (die man der Einfachheit halber mit einem Karabiner außen am Rucksack befestigt) zu graben. Das geht nämlich nicht überall gleich einfach. Think soft ground in the woods…Ansonsten gewöhnt man sich rasch daran, keine echte Toilette zur Verfügung zu haben, selbst ein bekennender Auf-dem-Klo-Leser wie ich, hatte damit kein Problem. Hand Sanitizer, Klopapier und Feuchttücher rundeten meine Toilettenausrüstung ab, ich hatte also keine Creme gegen Wundreiben dabei und habe sie auch nicht benötigt.
  • Aufs Klo gehen II: folgende Situation. Man befindet sich in der Stadt aber nicht im Hotel, sondern campt. Man war viel zu viel Bier trinken. Man liegt im Zelt und es schüttet aus Kübeln (das Ganze kann einem aber auch bei entsprechend hohem Wasserkonsum auf dem Trail passieren). Man muss extrem dringend. Es hört aber nicht auf zu regnen, goddammit, wenn man jetzt versucht aus dem Zelt zu kriechen, werde nicht nur ich, sondern auch mein Rucksack und meine Schuhe nass. Was tun? Man nehme eine kleine Gatorade-Flasche und habe diese griffbereit (Copyright by Fish on that one). Den Rest überlass ich jetzt mal der Vorstellungskraft des geneigten Lesers. Das geht aber nur für Männer? Oh nein:

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  • Körperhygiene & Wäsche waschen: Man stinkt. Punkt. Nothing to do about it. Und es ist einem völlig egal – gut bei einem Hotelaufenthalt in einem mit Hatch und Meathead geteilten Zimmer, dachte ich nach dem Ausziehen unserer Schuhe schon darüber nach, ob das jetzt schon unter biologische Waffen fällt, aber gut. Das einzige schlechte Gewissen hatte ich immer beim Trampen, wenn man in einen nagelneuen Pick-Up-Truck einsteigt und denkt Oh Gott, die arme Sau. Den Leuten schien das aber tatsächlich niemals etwas auszumachen. Wäsche waschen klappt im Prinzip sehr gut, es empfiehlt sich aber tatsächlich Waschmittelkapseln in die Versorgungsboxen zu tun, denn nicht überall kann man die käuflich erwerben.
  • Wasseraufbereitung: Geständnis – der Großteil unserer Gruppe hat sein Wasser in Washington sehr selten gefiltert. Das Zeug kam oft direkt aus dem Berg, vermutlich sauberer als in manch Hotel. Ausnahmen wurden nur bei stehenden Gewässern oder bei Wasserstellen in der unmittelbaren Nähe von Campsites gemacht. In Südoregon hab ich dann gefiltert, der Sawyer Squeeze funktioniert exzellent (weit besser als der Mini, dessen Flow Rate einfach extrem langsam ist), insbesondere in Verbindung mit Smart Water Bottles. Ich hatte keine chemischen Reiniger wie Aquamira dabei und ich glaube man benötigt sie, wenn überhaupt, auch wirklich nur in ehemaligen Brandregionen, in denen mit chemischen Brandlöschern herumgesprüht wurde. Für selbige kann man sich dann immer noch ein paar Tabletten hinzutun, nicht aber für die Gesamtstrecke.
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