Schneenachtrag

So nach der ganzen Trump-Aufregung (wobei ich dazu auf Dauer noch einen Beitrag in petto habe…) gibts jetzt zur Abwechslung mal wieder was für die Wander-Freunde:

Wie bereits hier und hier beschrieben, sollte man als Sobo in Washington grundsätzlich mit Schnee rechnen. Hier ein paar Eindrücke wie das tatsächlich ausgesehen hat und einige Tipps, wie man da gut durchkommt. Wir haben uns nun grundsätzlich an besagte Faustregel gehalten und das würde ich auch auf jeden Fall so machen. Ungefähr 7-10 Tage warten, nachdem das Schneelevel am Harts Pass 0 inches erreicht hat. Dann wird an den Nordhängen ziemlich sicher zwar immer noch Schnee liegen und einige Traversen können durchaus furchteinflössend sein, aber alles in allem ist der Schnee dann bewältigbar.

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Was man an zusätzlicher Ausrüstung für Navigation und Schneewandern mitnimmt, hängt natürlich stark vom individuellen Sicherheitsbedürfnis und der Erfahrung mit derlei Bedingungen ab. Ich hatte einen kleinen Kompass, aber kein „richtiges“ GPS dabei (es gab aber insgesamt 2 davon in unserer Gruppe, gebraucht wurden sie nicht). Hier kann es dann wieder sinnvoll sein, zunächst mit ein paar Leuten zusammen zu gehen, um sich diese Ausrüstungsdinge zu teilen. Was die meisten Wanderer dabeihaben (ich zugegebenermassen nicht, würde das aber für einen kompletten SoBo-Thru Hike ändern), ist ein so genannter Personal Locator Beacon (Spot Device) oder Satellite Communicator (letzterer dient dann gleichzeitig auch als GPS). Diese Teile erlauben einem erstens Freunde und Familie daheim über den derzeitigen Aufenthaltsort zu informieren und damit auch zugleich mitzuteilen, dass man noch nicht in die Schlucht gestürzt ist und zweitens im Fall der Fälle einen Notruf abzusetzen, um dann ggf. ausgeflogen werden zu können.

Ich hatte mir dann vor Ort tatsächlich noch folgende Microspikes und diesen Eispickel zugelegt. Die Spikes kann ich wärmstens empfehlen, funktionieren sehr gut, bieten genügend Halt und lassen sich auch sehr einfach an- und ausziehen. Zum Pickel kann ich nichts sagen, weil ich das Ding nie benutzt habe (und ich würde auch sagen, dass man bei ähnlichen Bedingungen wie in diesem Jahr, sehr gut ohne klarkommt). Von den Rahmendaten bzgl. des Gewichts ist der Grivel aber im ganz guten Bereich, es gibt leichtere, aber auch deutlich schwerere Modelle.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass man sich in einem Jahr wie diesem vor dem Schnee nicht grundsätzlich zu fürchten braucht, das ist machbar, wenn man eine gewisse Vorsicht walten lässt, möglichst nicht alleine unterwegs ist und als Ausrüstungszusatz die Spikes dabeihat. Um das Ganze etwas zu Visualisieren und Euch auch nochmal einen Eindruck davon zu verschaffen, was einen als SoBo in Washington erwartet und was für eine großartige soziale Erfahrung der PCT ist, gibts hier das wunderbar gemachte Video einer meiner PCT-Buddies (fast alles auf koreanisch, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch), in dem ich zumindest eine Teilrolle spiele (ich hasse blow-downs ;)) und das bei mir vor allem so ab Minute 13 dann doch wieder große Wehmut aufkommen lässt – the Dirty Dozen, I miss all of them:

 

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5 Gedanken zu “Schneenachtrag

  1. Ja auf jeden Fall (willste mit? 😉 ). Allerdings nicht für die ganze Sache, das kann ich mir zeitlich, finanziell und auch privat schlicht nicht leisten, zudem bin ich mir auch nicht sicher, ob ich den puristischen Thru-Hike wirklich reizvoll finde. Ich werde tatsächlich versuchen mit einigen aus der Ursprungsgruppe, die es leider zu großen Teilen dieses Jahr auch nicht komplett geschafft haben (außer der für das Video verantwortliche Solar-Body das Tier) etwas zu koordinieren, und mir bestimmte Teile aussuchen, deshalb weiß ich auch noch nicht wann, nur das.
    Ja, das Video ist super, fängt vieles ein, diesen Abend werd ich z.B. nie vergessen, da wußten wir alle, dass wir mit den härtesten Scheiß hinter uns haben und waren deshalb so geil drauf.

    Gefällt 1 Person

    1. Mach ich dann 😉 Ich kann’s jedenfalls nur wärmstens empfehlen, ist eine Erfahrung fürs Leben, selbst wenn man nur Teile macht. Das gilt für einen Sobo umso mehr, da es mit den wenigen Leuten, die man trifft und aufgrund der gemeinsam gemeisterten Schwierigkeiten, umso intensiver ist.

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