American Salads

Der Frühling naht, es wird wärmer und damit Zeit die fetten Braten und heißen Suppen mal wieder durch was frisches Grünes zu ersetzen. Amerikanische Küche ist nun nicht unbedingt für ihre Gesundheit bekannt, was zum Teil nicht ganz fair ist, denn ganz grundsätzlich ist Amerika kulinarisch vor allem durch eines gekennzeichnet: Vielfalt. In einer unregelmäßigen Reihe will ich Euch als leidenschaftlicher Hobbykoch immer mal wieder einige amerikanische Gerichte und Rezepte vorstellen, die ich selbst sehr gerne mag. Los gehts mit Salaten (zum Burger hier entlang).

  1. Waldorfsalat – Ein Klassiker, gerüchtehalber 1893 vom Restaurantchef des Waldorf-Astoria Hotels in New York, Oscar Tschirky, erfunden.

Zutaten (immer für 4 Personen):

Für den Salat: 3-4 Handvoll Romanasalat (es geht auch Frisée oder Endivie), 2 Handvoll Trauben, 3 Stangen Sellerie, ca. 100 Gramm grob zerstoßene Walnusskerne, 1 recht süßer Apfel (Golden Delicious oder Elstar), 150 Gramm Gorgonzola.

Für das Dressing: 1 zimmerwarmes Eigelb, ca. 200 Ml Sonnenblumenöl, 1 TL Senf, 1 EL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Prise Zucker.

Zubereitung: Äpfel, geschälten Sellerie und Salatblätter in feine Streifen schneiden, Trauben halbieren und Gorgonzola in Stücke zupfen. Aus den Dressingzutaten eine Mayonnaise herstellen, über den Salat, fertig (wem die Mayo zu fett ist, der kann auch aus Rotweinessig, Olivenöl, Senf, Salz, Pfeffer und 2 EL Joghurt ein leichteres Dressing anrühren, schmeckt auch gut).

2. Caesar Salad – ganz streng genommen kein amerikanisches, sondern ein mexikanisches Gericht, denn erfunden wurde es in der Grenzstadt Tijuana, aber von dem Italo-Amerikaner Cesare Cardini in dessen dortigem Hotel, dass wiederum auch hauptsächlich amerikanische Gäste bewirtete, die in den 1920er Jahren der Prohibition entfliehen wollten.

Zutaten:

Für den Salat: 1 Romanasalat (unabding – und nicht ersetzbar), Parmesan, 3-4 Weiß- oder Toastbrotscheiben, 1 Knoblauchzehe; möchte man den Salat als Hauptgericht essen, 1 Hähnchenbrust.

Für das Dressing: 1 zimmerwarmes Eigelb, 1 TL Senf, 1-2 Spritzer Zitronensaft, 2 Knoblauchzehen, 1-2 Spritzer Worcestersauce, 3-4 Anchovis, Pfeffer, Prise Salz (nicht zu viel Salz, da die Anchovis bereits ordentlich davon mitbringen), ca. 200 Ml Olivenöl.

Zubereitung:

Salat in mundgerechte Streifen schneiden, Brot würfeln und in einer, zuvor mit der Knoblauchzehe ausgeriebenen, Pfanne mit etwas Butter oder Olivenöl (je nach Geschmack) knusprige Croutons braten.

Das Eigelb, den Senf, die gepressten Knoblauchzehen, Worcestersauce und Anchovis mit dem Mixstab glatt pürieren und dann mit dem hineingeträufelten Olivenöl zu einer Mayonnaise aufschlagen. Mit Pfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken. Evt. die Hähnchenbrust in Olivenöl anbraten und saftig garen (noch besser wäre grillen), danach in Streifen schneiden. Den Salat mit dem Dressing vermischen, Parmesan in Späne hobeln und samt den Croutons darüber verteilen, am Ende ggf. mit den gebratenen Hähnchenstreifen anrichten, Baguette dazu, fertig.

3. Coleslaw – Die amerikanische Version eines Krautsalats, ein idealer Begleiter zum Barbecue (zu dem es zu gegebener Zeit, auch mal einen Beitrag geben wird), oder auch einfach so mit Brot.

Zutaten:

Für den Salat: halber Kopf Weißkohl, 2-3 Karotten, 1 grüne Paprika.

Für das Dressing: 3-4 EL Mayonnaise (im Optimalfall selber gemacht, es geht aber auch ein Fertigprodukt), 3-4 EL Joghurt, 1-2 Spritzer Tabasco, Salz, Pfeffer.

Zubereitung: Kohl vierteln und den Strunk entfernen, dann zusammen mit den anderen – geputzten und geschälten – Salatzutaten in möglichst feine Streifen schneiden oder hobeln. Die Dressingzutaten miteinander verrühren, über den Salat und im Kühlschrank etwas ziehen lassen, fertig.

4. Wassermelonensalat – Wassermelonen sind vor allem im Süden und Südwesten der USA allgegenwärtig (vermutlich wurden sie von afrikanischen Sklaven im 17. Jahrhundert eingeführt und verbreiteten sich sehr rasch auch zu zahlreichen Native Americans), sie werden aber beinahe überall angebaut, die USA sind der fünftgrößte Produzent weltweit und ein Amerikaner isst durschschnittlich über 6 Kg davon. Das folgende Salatrezept stammt wohl ursprünglich von den Navajo und ist superlecker.

Zutaten:

Für den Salat: 1/2 Wassermelone (nicht zu reif), 1 Handvoll Kürbiskerne, 1 Handvoll Sonnenblumenkerne, 150 g harter Ziegen- oder Schafskäse, 1/2 Bund Minze, 3 Frühlingszwiebeln, 1 frische Chilischote (Schärfe je nach Geschmack), Chilipulver, Salz, Pfeffer.

Für das Dressing: Olivenöl, 3-4 EL Limettensaft, Salz, Pfeffer.

Zubereitung: Die Sonnenblumen- und Kürbiskerne in etwas Olivenöl knusprig braten und mit Salz, Pfeffer und etwas Chilipulver würzen, beiseitestellen. Wassermelonen so gut es geht entkernen und in grobe Stücke schneiden, den Käse ebenfalls recht groß würfeln. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und samt den abgezupften Minzeblättern, sowie der in feinste Streifen geschnittenen Chilischote zum Salat. Aus dem Limettensaft und Olivenöl, sowie Salz und Pfeffer, ein Dressing anrühren und über den Salat geben, zum Schluß mit den knusprigen Kernen bestreuen. Dazu passen am besten selbst gebackene Weizenfladen auf Navajoart (ein einfacher Teig aus Weizenmehl Typ 550, warmem Wasser, Backpulver, Salz, Olivenöl und einigen Kräutern wie Thymian, Petersilie, etc.), aber es eignet sich auch wunderbar indisches Naan-Brot, das kommt dem Ganzen recht nahe.

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10 Gedanken zu “American Salads

    1. Ich weiß, ich weiß, unglücklicherweise ist mein food-fotografisches Talent im Unterschied zu Dir maximal begrenzt, das würde dann eher sämtliche Vorurteile gegenüber amerikanischer Küche bestätigen, würde ich versuchen das fotografisch festzuhalten. Ich bestell Dich mal her, wenn ich was dementsprechendes ausprobiere, will ja aber auch nicht, dass das hier ein Kochblog wird ;), war nur die Frage ob sowas überhaupt auf Interesse stößt…

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  1. Wow, der Melonensalat klingt super! Den muss ich zur Saison mal ausprobieren.
    Und generell, danke für deine sehr interessanten Beiträge! Es ist immer schön mal andere Perspektiven zu lesen, die man sich vielleicht selbst ohne den entsprechenden Hintergrund schwer erschließen könnte.

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  2. Du, Marco, ich glaube, wenn Du für Larissa und Marco kochst, dann macht sie Dir vielleicht auch ein paar Food-Porn Fotos für den Blog. Den Melonensalat hab ich auch auf der Liste. American Food Rezepte freuen mich immer!

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