Media-Outline – 10.04.

Das beherrschende Thema war natürlich der Militärschlag als Vergeltung des Giftgasangriffs in Syrien. Dieser wird von den führenden Medien überwiegend positiv betrachtet, sowohl die NY Times als auch der Boston Globe sehen das so. Erstere mahnt aber eine notwendige diplomatische Offensive an, die jetzt folgen müsse, während letzterer die Militäraktion vor allem als Chance für Trump sieht, bislang skeptische Republikaner wie Marco Rubio oder John McCain doch noch hinter sich zu vereinen. Ich selbst neige dazu, diesen amerikanischen Kommentatoren zuzustimmen und würde die Aktion auch als Signal dafür deuten, dass Trump tatsächlich eher versucht Teile des republikanischen Establishments für sich zu gewinnen als die Ideologen und Teile seiner isolationistischen Wählerschaft zufriedenzustellen.

Ein weiteres großes Thema in den amerikanischen Medien, ist die Ausladung des Chefideologen Stephen Bannon aus dem Nationalen Sicherheitsrat und welche Bedeutung diese Entscheidung hat. Während der Außenpolitikexperte Jonathan Stevenson in der New York Times darin keinen Erfolg des Nationalen Sicherheitsberaters Herbert R. McMaster sehen kann und der Außen- und Sicherheitspolitik auch weiterhin chaotische Zustände und keine klare Linie attestiert, sieht die Washington Post darin einen klaren Sieg des Pragmatikers McMaster über den Ideologen Bannon.

Die moderat-konservative Chicago Tribune glaubt und hofft, dass die Proteste gegen Wladimir Putin, vor allem aus ökonomischen Gründen nicht nachlassen und mittelfristig dort gar die Machtfrage gestellt werden könnte, was dann wieder Befürchtungen auslöst, Putin könne wie üblich mittels militärischer Ablenkungsmanöver seine Position zu sichern versuchen.

Colin P. Clarke wiederum sieht in The Atlantic den jüngsten Terroranschlag in St. Petersburg als Preis für das russische Engagement im Nahen und Mittleren Osten, ein Preis den Wladimir Putin laut Clarke aber bereit sei zu bezahlen, um Russlands Platz als „wahre Weltmacht“ dauerhaft wiederherzustellen. Die von der erzkonservativen Intellektuellenikone William F. Buckley gegründete, 14-täglich erscheinende, Zeitschrift National Review empfiehlt Donald Trump eine harte Linie gegenüber Russland im Syrienkonflikt einzunehmen und dadurch nicht die vermeintlichen Fehler Barack Obamas dort zu wiederholen, was durch den jetzigen Vergeltungsschlag fast schon prophetische Brisanz erhält.

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