Auf Reisen…

ist er ja jetzt seit Samstag, der Donald. Als letzter aller US-Präsidenten seit 50 Jahren, hat er mit der Air Force One dann auch einmal den amerikanischen Luftraum verlassen.

Und ich hatte mir das für den heutigen Trump´s Day so schön zurechtgelegt. Eine Grundsatzrede zum Islam, unter anderem instruiert von der Expertise des zum Begleittross gehörenden Countrysängers Toby Keith, dessen größter Hit den Titel „I like girls who drink beer“ trägt. Dann ein Besuch in Israel, dem weltpolitischen Minenfeld schlechthin, von dessen Geheimdienst Mossad er zuerst mal Geheiminformationen an Russland weitergab und die auch nicht in Jubelschreie ausbrechen, wenn man einen Waffendeal über 100 Milliarden mit Saudi-Arabien abschließt. Ich hegte schon die große Hoffnung, dass er womöglich dem Islam gleich den Krieg erklärt oder in Jerusalem Palästina als Staat anerkennt – am Besten noch, um Garry Kasparow zu zitieren, mit den Worten „Mr. Netanyahu TEAR DOWN THAT WALL“. Und jetzt? Jetzt erzählt er den islamischen Ländern bloß schnöde, sie mögen doch bitte die Terroristen endlich hinauswerfen. Immerhin gab es auch in Saudi-Arabien wieder Beispiele des grenzenlosen Nepotismus der Trump-Administration, profitierten doch seine eigenen Hotels in Teilen von dieser Reise. Israel stimmt er milde, indem er die Siedlungspolitik nicht in Bausch und Bogen verdammt und klarstellt dass der Iran – moderater Wahlsieger hin oder her – trotzdem noch zur Achse des Bösen gehört und natürlich niemals nie Atomwaffen besitzen wird. Das alles sind natürlich auch schon berichtenswerte, unschöne Dinge, aber der Mann hat die Messlatte bislang eben schon sehr hoch gelegt.

Nun kann ich mich also für etwaige Peinlichkeiten auf Donald´s Reise nur noch daran klammern, dass er dem Papst erzählt, warum zum Geier im Vatikan nicht 500 Jahre Reformation ordentlich gefeiert werden, die NATO doch wieder obsolet ist oder ab jetzt alle G7-Staaten 50% Einfuhrzölle bezahlen müssen.

Kein guter Trump´s Day irgendwie, Mensch Donald echt. Naja, er wird jedenfalls, da sind sich die meisten Beobachter einig, den Turbulenzen daheim kaum entkommen können, dazu ist die vergangenen zwei Wochen zu viel passiert. Das er aber nicht mal  Skandale ordentlich hinbekommt, seziert, wie immer großartig, John Oliver in Last Week Tonight:

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