Independence Day

241 Jahre ist es her, dass Thomas Jefferson die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten proklamierte. Es sollte dann noch 13 Jahre dauern bis mit George Washington der erste Präsident der jungen Republik seinen Eid auf die Verfassung schwor. Es benötigt nicht viel Vorstellungskraft wie die Gründungsväter reagiert hätten, wären sie vergangene Woche im Besitz von Smartphones und eines Twitter-Accounts gewesen. Der Aufschrei der Empörung über den Misogynisten und Rüpel, der es schafft sein eigenes Niveau Woche für Woche weiter zu unterbieten, wäre nicht zu überhören gewesen.

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Zum 4. Juli, dem höchsten Feiertag in den USA, möchte man in diesem Jahr tatsächlich hinausschreien: ES REICHT. DAS MAß IST VOLL. Wie lange möchte sich die Republikanische Partei noch mit einem Mann gemein machen, der das Amt des Präsidenten jeder Würde beraubt? An dieser Stelle sollte sich die Grand Old Party vielleicht einmal an ihre eigenen Wurzeln erinnern. Daran denken, aus welcher Tradition sie entstanden ist.

Auch für uns Nicht-Amerikaner, die zunehmend verzweifelt und frustriert über den Atlantik blicken, ist es vielleicht tröstlich, sich eine berühmte Fourth of July Address von beeindruckender Weitsicht und Aktualität zu vergegenwärtigen. Sie stammt von Frederick Douglass, einem entflohenen Sklaven, der 1852 zunächst einmal darauf hinwies, dass für die Sklaven im Süden von der postulierten Freiheit wenig zu sehen sei. Dennoch schloss er seine Rede optimistisch:

„Allow me to say, in conclusion, notwithstanding the dark picture I have this day presented, of the state of the nation, I do not despair of this country…. While drawing encouragement from the Declaration of Independence, the great principles it contains and the genius of American institutions, my spirit is also cheered by the obvious tendencies of the age. Nations do not now stand in the same relation to each other that they did ages ago. No nation can now shut itself up from the surrounding world and trot round in the same old path of its fathers without interference…. A change has now come over the affairs of mankind. Walled cities and empires have become unfashionable. The arm of commerce has borne away the gates of the strong city. Intelligence is penetrating the darkest corners of the globe….Oceans no longer divide, but link nations together. From Boston to London is now a holiday excursion. Space is comparatively annihilated. Thoughts expressed on one side of the Atlantic are distinctly heard on the other…. No abuse, no outrage whether in taste, sport or avarice, can now hide itself from the all-pervading light.“

Wir müssen für den Moment mit diesem Psychopathen leben, aber wie uns Mr. Douglass vor 165 Jahren sagte: die USA werden auch diesen Menschen überleben. Noch so viele Beleidigungen und Entgleisungen können und werden daran nichts ändern. Happy Inpendence Day!

Und nochmal der Hinweis auf die gestrige Umfrage, für diejenigen, die sie bislang verpasst haben…

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2 Gedanken zu “Independence Day

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