Filmbesprechung: Die Erfindung der Wahrheit

„In dieser Stadt begegnet man alle zwei Meter einer Ratte.“ So beschreibt Elisabeth Sloane (Jessica Chastain) ihren Arbeitsort Washington D.C.  Die überaus erfolgreiche und mindestens genauso skrupellose Lobbyistin beschließt ihrer Karriere einen weiteren Schub zu geben, indem sie etwas eigentlich Unmögliches versucht. Sie wechselt ihren Arbeitgeber, eine renommierte Lobbyfirma, zu einem kleineren, linksliberalen Start-Up der Branche. Sie tut dies um zu helfen, ein Gesetz zur schärferen Waffenkontrolle durch den Kongress zu bringen. Damit legt sie sich mit einer der mächtigsten Lobbyvereinigungen der Vereinigten Staaten an, der National Rifle Association.

Ihre Methoden jedoch, und hier wird der Film wirklich interessant, die bringt sie mit. Es geht also darum, ob es legitim ist, für ein eigentlich begrüßenswertes Ziel, skrupelloseste und illegale Mittel anzuwenden, um siegreich sein. „Ich wurde beschäftigt um zu gewinnen und ich werde jedes mir zur Verfügung stehende Mittel nutzen.“

 

Jessica Chastain, bekannt geworden durch den Osama-bin-Laden-Film Zero Dark Thirty, trägt den ganzen Film mit einer beeindruckenden Performance. Sie spielt ihre Miss Sloane, so der deutlich treffendere Originaltitel, mit einer Eiseskälte, dass teilweise selbst Claire Underwood wie Mutter Theresa wirkt. Der Regisseur James Madden hat einen spannenden und unterhaltsamen Politthriller gedreht, auch in den Nebenrollen gut besetzt und immer wieder mit wirklich überraschenden Wendungen versehen.

Elisabeth Sloane treibt die Gier nach dem Gewinnen, dem einzigen Ziel, ohne alle Prinzipien und Überzeugungen, auf eine selten dagewesene Spitze. Der Sieg gegen einen Gegner wie die NRA erfordet es in ihrem Fall bis zum absolut Äußersten zu gehen und das größte Opfer zu bringen, dass es gibt: sich selbst (Und das ist kein Spoiler. Man kann nicht wissen, was damit gemeint ist, also keine Sorge). Ein überaus sehenswerter Film über den ganzen Zynismus des Politikbetriebes in Washington, nicht nur – aber auch – für House of Cards Fans.

 

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2 Gedanken zu “Filmbesprechung: Die Erfindung der Wahrheit

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