Media Outline – 18.09.

Von den Millenials

Zwei lesenswerte Artikel beschäftigen sich in dieser Woche mit einer Generationenfrage. Die Jugendpsychologin Jean M. Twenge spürt im Atlantic dem Einfluß von Smartphones auf das Sozialverhalten und die seelische Gesundheit der Generation nach, die sie selbst iGen nennt. Twenge zieht ein vernichtendes Fazit. Auf empirischen Daten basierend, zeichnet ihr Artikel nach, dass mit der Ankunft des Smartphones die Neigung zu Depressionen und Suiziden bei diesen Jugendlichen komplett durch die Decke ging. Auch sei der Eindruck täuschend, dass die Nutzung sozialer Medien, diese Generation glücklicher mache, ganz im Gegenteil.

In der NY Times wird hingegen der Frage nachgegangen welche Vorstellungen die Millenials vom zukünftigen Lebens- und Wohnraum haben. Hier fand ich zunächst spannend, dass die heute 26-29jährigen zu einem erstaunlich hohen Prozentsatz nicht in die Städte ziehen, sondern wie ihre Elterngeneration auch, die Suburbs bervorzugen. Deswegen schreite die Suburbanisierung Amerikas auch nach wie vor unaufhaltsam voran. Wenn es um die zukünftige Ausgestaltung der Vorstädte geht, hätten die Millenials klare Vorstellungen. Smart, Digital und trotzdem ökologisch nachhaltig ist die Idealvorstellung der Digital Natives, wenn es um ihre Umwelt geht – The Suburbia of the Future.

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Suburbia – wie wird sie übermorgen aussehen?

Ebenfalls in der NY Times kann man einen tollen, kleinen Artikel lesen, der endlich einmal klar thematisiert, dass Donald Trump nie lacht. David Litt, ein ehemaliger Redenschreiber im Weißen Haus, konstatiert hier nicht nur Trumps völlige Humorlosigkeit, sondern weist auch direkt darauf hin, warum das ein großes Problem ist. Witz und Humor seien zentrale Kompetenzen für einen Politiker, weil sie einen Blick auf die Weltsicht ermöglichten und gleichzeitig Menschlichkeit zeigten. Trump hat davon nichts und das bekommen die USA und die Welt jeden Tag zu spüren.

Die Fußballmafia

Die NY Review of Books beschäftigt sich mit der Kultur der Korruption im internationalen Fußball. Der anerkannte Fußballhistoriker Simon Kuper zeichnet minutiös die unfassbaren Sauereien nach, die innerhalb der FIFA bis auf den heutigen Tag gang und gäbe sind. Und die NYRB wäre nicht die NYRB, wenn damit nicht gleich auch noch eine kurz und bündige Geschichte des Fußballweltverbandes verbunden würde. Der Konnex zwischen FIFA und De-Kolonisierung, die lange Zeit übliche Schmähung des Frauenfußballs und die Kultur von Korruption unter Sepp Blatter. Eine wie üblich faszinierende Lektüre, nach deren Ende, man sich als Fußballfan trotzdem wieder fragt, warum man sich das Woche für Woche antut – Soccer´s Culture of Corruption.

Und nochmal Ken Burns

Ich hatte zwar an dieser Stelle schon einmal auf die gestrige Premiere von Ken Burns lange erwarteter Vietnam-Dokumentation hingewiesen. Aber bei manchen Sachen bin ich dann penetrant ;). Denn wenn selbst eine hochseriöse Publikation wie der Playboy  – den man ja schon immer ausschließlich wegen der tollen Interviews und Reportagen gelesen hat – eine ausführliche und sehr positive Besprechung des Ganzen bringt, dann kann ich Euch nicht ersparen auch noch einmal darauf hinzuweisen. Sucht Euch einen Stream, wartet auf die DVD-Veröffentlichung, was immer, aber schaut Euch das an.

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