Media Outline – 16.10.

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Iran & Football

Fangen wir heute mal mit Politik an in der Media Outline. Der New Yorker nimmt sich Trumps „irrationalem Hass“ auf das Atomabkommen mit dem Iran an. Evan Osnos zeichnet zunächst einmal nach, dass Trump mit seiner „worst-deal-ever“ Haltung nicht nur unter Kongressrepublikanern ziemlich alleine dasteht, sondern auch in seiner eigenen Administration. Nichtsdestotrotz sieht der Artikel auch hier wieder den gewaltigen Schaden, den der Donald mit seinem unverantwortlichen Handeln anrichtet. Dieser Schaden betreffe gar nicht in erster Linie das Abkommen selbst, sondern die damit verbundene Glaubwürdigkeit Amerikas bei seinen Verbündeten. Die sei seit jeder das Fundament von Amerikas Führungsrolle gewesen und Trump tue auch wirklich alles um dies zu zerstören. Der Atlantic sieht in der ganzen Sache wiederum ein kaum für möglich gehaltenes Zusammenraufen der Europäer. Die Ablehnung des Iran-Deals sorge für eine seltene Einigkeit unter Europas führenden Nationen.

Ich hatte ja an anderer Stelle schon darauf hingewiesen, dass die USA eine komplett sportverrückte Nation sind. Aus diesem Grund hat es durchaus eine gewisse Tradition, dass berühmte und populäre Profisportler die Bühne des Sports nutzen, um politischen Protest auszudrücken. Sei es die Wehrdienstverweigerung von Muhammad Ali, oder der ikonisch gewordene Black Power Gruß der 200 Meter-Sprinter Tommy Smith und John Carlos bei der Sommerolympiade in Mexico City 1968, immer wieder versuchten Sportler auf gesellschaftliche Mißstände aufmerksam zu machen. Seit Wochen nun bestimmt der Protest vieler Spieler der National Football League (NFL) die Schlagzeilen. Das Niederknien während der Hymne ist auf dem besten Wege neue archetypische Bilder hervorzubringen. Neu ist hier tatsächlich die relative Breite des Protests einerseits und die enorme Aggressivität mit der Trump und sein Vize Pence versuchen den Protest mundtot zu machen. Dies nimmt die Washington Post zum Anlass die Eigentümer der NFL in die Pflicht zu nehmen. Diese müssten unter allen Umständen das Recht ihrer Spieler auf diese Ausdrucksform durchsetzen, mahnt Suzanne Nossel, Vorsitzende des PEN Clubs in den USA. Es gehe dabei nämlich um nichts weniger als die Verteidigung der freien Rede, kodifiziert im Ersten Versatzungszusatz.

Herr Weinstein und neues auf Netflix

Ein weiteres Riesenthema war natürlich der Mißbrauchsskandal um Harvey Weinstein. Da die ganze Sauerei ja ein offenes Geheimnis war, habe ich selbst mich gewundert, wie viel z.B. ein Quentin Tarantino davon wußte. Hin wie her ist das aber natürlich aus unterschiedlichen Gründen recht unappetitlich, unter anderem weil Weinstein wie so viele Hollywood-Größen auch ein absoluter Darling und Großspender der Demokraten war. Das lässt natürlich die ganzen berechtigten Attacken auf den Misogynen im Weißen Haus auch recht verlogen daherkommen. Welche Abgründe sich da auftun hat der New Yorker in einer wirklich krassen Reportage nachgezeichnet. Dass diese aus der Feder von Ronan Farrow stammt, Sohn von Mia Farrow und Woody Allen, der ja selbst immer mal wieder mit Vorwürfen in der Richtung kämpft, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie, wie ich finde.

So zum Schluß dann noch ein bissel Entertainment. Der Atlantic bespricht die neue Netflix-Serie Mindhunter von David Fincher. Der Kritiker ist nicht zu 100% überzeugt. Zwar lobt er das Setting in den 1970er Jahren – „the golden age of serial killers“ – bemängelt aber die Sterilität der Geschichte, wie der Dialoge. Die Show sei eher interessant als wirklich einnehmend und fesselnd. Die Serie dreht sich um eine neuartige Spezialeinheit des FBI, die versuchen soll, sich in die Gedankenwelt von Serienmördern zu versetzen. Da ich selbst David Fincher großartig finde, werde ich trotz der eher gemischten Reaktionen in der US Presse mal versuchen, wie oft man Netflix ein Probeabo ableiern kann 😉

 

 

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4 Gedanken zu “Media Outline – 16.10.

  1. Ja ja Hollywood, was da sicherlich so einige wissen … Moral und Ethik stehen da sicherlich nicht auf dem Stundenplan. Mal schauen, wie sich das Ganze entwickelt (#metoo).

    Ach ja, und Hertha BSC spielt jetzt in der NFL? Das wird dem Dardai sicherlich gefallen (#intensität).

    😀

    LG Torsten

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  2. Amerikanisierung macht scheinbar auch vor der BuLi nicht halt 🙂 Bei Weinstein darf man echt gespannt sein, wen das noch alles mitreißt. Ich mein der Typ hatte ja fast überall seine Finger im Spiel und gerade mit Tranatino war der extrem dicke…

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