Media Outline – 20.11.

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Vermischtes zu Schlands und Europas Rechten

So liebe Leser, nach etwas Abstinenz heute mal wieder eine Media Outline. Was haben denn die amerikanischen Zeitungen zum Scheitern von Jamaica zu sagen? Antwort: vorerst gar nichts, bin selber gespannt, ob sich das in den nächsten Stunden/Tagen noch ändert. Wenn ja würde ich eventuell lesenswertes bei Twitter verlinken. Woran ich mich allerdings erinnere, ist dass bereits unmittelbar nach der Wahl vor allem der Atlantic schon sehr skeptisch auf die mögliche Koalition blickte, zu verschieden seien die ideologischen Grundüberzeugungen der beteiligten Parteien.

Trotzdem gibt es heute einen Blick nach Deutschland. Der bekannte Historiker Timothy Garton Ash schaut sich in einem wie üblich hervorragenden Artikel in der New York Review of Books die Besonderheiten des Rechtspopulismus hierzulande an. Zunächst blickt er dafür auf die – recht bekannten – Gründe, warum die Nazis von der AfD vor allem in Ostdeutschland so großen Zuspruch erhalten. Er findet dann aber auch tiefergehende Ursachen und Charakteristika des deutschen Rechtspopulismus. Die AfD befinde sich in einer starken ideologischen Traditionsline zu älteren völkisch-konservativen Bewegungen in Deutschland. Insbesondere rekurriere sowohl die AfD als auch die mit ihr verbandelte“Neue Rechte“ eines Götz Kubitschek immer wieder auf die deutsche Kultur. Kultur als Begriff, auf den man sehr viele (Verlust-)Ängste und Sorgen projizieren könne, sei viel wichtiger als ökonomische Probleme. Ein großer Unterschied zum Rechtspopulismus in den USA, der sich sehr viel stärker aus ökonomischer Abstiegsangst speise: It´s the Kultur, stupid.

Der Atlantic wiederum schaut sich die extreme Rechte in Polen etwas genauer an. Der Fokus von Paul Hockenos Reportage liegt weniger auf den ideologischen Aspekten des Rechtspopulismus in Osteuropa, sondern auf der offenen Demokratieverachtung, die in ihrer Radikalität doch heraussteche. Zudem schaut der Artikel sehr besorgt auf die gewaltbereiten Arme des Rechtsextremismus in Polen, die mehr und mehr Erfolg darin hätten, die Hoheit auf der Straße auszuüben. Jüngst zu beobachten am polnischen Nationalfeiertag vergangenen Samstag. Auch die para-militärische Inszenierung der rechten Schlägertrupps rufe düstere Erinnerungen an die 1930er Jahre wach.

Nachrufe

Dann gibt es mal wieder prominente Todesfälle zu „betrauern“. Zum einen ist gestern Charles Manson im Alter von 83 Jahren gestorben. Der Serienmörder erlangte traurige Berühmtheit vor allem durch einen Siebenfachmord im August 1969. Dort schlachtete Manson unter anderem die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate auf bestialische Weise ab. Das Ziel des bekennenden Neonazis Manson war es, durch die Tat einen Rassenkrieg anzuzetteln. Die Washington Post erinnert in einem lesenswerten Porträt an den Wahnsinnigen mit dem Hakenkreuz auf der Stirn.

Dann ist noch einer der ganz großen des Musikbusiness von uns gegangen. Es gibt zu Malcolm Young wohl nicht mehr allzuviel zu sagen. Ich bin mit AC/DC aufgewachsen, deshalb hat auch die Lektüre des Nachrufs im Rolling Stone zahlreiche Reminiszenzen erzeugt. Und natürlich die Lust direkt mal wieder eine der großen Platten aufzulegen, auf denen die Rhythmusgitarre des seit Jahren an Alzheimer leidenden Malcolm ihre volle Wirkung entfaltet. R.I.P. Malcolm Young!

 

 

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5 Gedanken zu “Media Outline – 20.11.

  1. Es ist so traurig, 2017 starb wirklich ein großer Teil unserer Kindheit/Jugend.
    Malcolm war wirklich der Kopf und die Wirbelsäule AC/DCs… Ein wahnsinnig guter Rhythmusgitarrist. Das kommt beim Bandmaskottchen und Abstinenzler Angus, Legende Bon und Stimme Brian oft viel, viel zu kurz… 😔

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  2. Verzeiht die Pedanterie, aber der Geniestreich, der sich hinter Malcolms Rhythmusgitarre verbirgt, liegt genau darin, dass er den Geist von Rumble immer wieder, immer wieder, immer wieder … ohne Scheu vor Redundanz in klingende Tat umsetzt. Das wird vielleicht am besten sichtbar in jenen Songs, die gar nicht einmal zu den (teils überbewerteten) Gassenhauern zählen und dennoch zum Besten gehören, was der ‚Hard Rock‘ hergibt, etwa in Ride On. Hier wird aus der lagerfeuerverdächtigen Abfolge von C- und F-Akkord das herausgeholt, was sich aus einem Marshallverstärker herausholen lässt. Oder aber: Ain’t no fun (Waiting Round to Be a Millionaire), der den Unterschichten-Aufstiegsgeist der Band würdevoll – ganz ohne RTL-Sat1-Anbiederungsironie – zum Ausdruck bringt. Malcom ist ein Chuck Berry redivivus. Das alles aber nur, weil ich den späten Abend auch damit verbracht habe, dem Toten zu Gedenken und die Platten aufgelegt habe (und keinen eigenen Blog habe): Rock in Peace

    Gefällt 1 Person

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