Media Outline – 27.11.

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Media Outline liebe Leser, ein recht buntes Allerlei heute…

Mal wieder der Donald

Es gab ja die letzte Zeit kaum etwas zu unserem Freund im Weißen Haus in der montäglichen Medienrundschau hier. Das wird heute mal geändert. Der New Yorker stellt in einem schönen Artikel die Behauptung infrage, Trump und seine Präsidentschaft seien eine neue Erfahrung für die USA. Das sei gar nicht unbedingt der Fall, stattdessen würde man mit dem Donald eher eine Art Zeitreise in die dunkleren Ecken der amerikanischen Geschichte unternehmen. Bekanntermaßen war das FBI unter dem berüchtigten J. Edgar Hoover besessen davon, kommunistische Umtriebe an jeder Ecke zu wittern. Ein besonderes Lieblingsziel bildeten dabei die unterschiedlichen Organisationen der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Nun wurde vor geraumer Zeit ein internes FBI-Memo an die Presse geleakt, mit dem schlagenden Titel: “Black Identity Extremists Likely Motivated to Target Law Enforcement Officers.” Darin wird davor gewarnt, dass im Zuge der Polizeigewalt gegen Afro-Amerikaner, die Bereitschaft zu einer gewaltbereiten Radikalisierung zunehmen könne. In bekannt daherkommendem Duktus werden hier Parallelen zwischen den 1970er Jahren und heute vorgenommen, lesenswert: A History of Paranoia.

Die Vanity Fair wirft mal wieder einen Blick in den East Wing des Weißen Hauses, in dem ja die First Lady Melania Trump residiert, mit deren Rolle ich mich hier ja auch schon mal beschäftigt hatte. In einem groß angelegten Porträt, zeichnet Sarah Ellison das Bild einer letztlich sehr unglücklichen Frau, die das Leben, das sie jetzt zu führen hat, niemals wollte. Zwar würde sie mit Aktionen wie einer Anti-Mobbing-Kampagne langsam warm mit dem „Job“ der First Lady“, aber im Grunde sei ihr das alles zuwider. Melania Trump sei eine Person, die die Öffentlichkeit nie gesucht habe und seit ihrer Heirat ein recht einsames Leben führt. Definitiv den falschen Gatten gewählt, würde ich mal sagen.

Der Klan, Black Friday und #MeToo

Der Brückentag nach Thanksgiving wird in den USA traditionell von großen Rabattaktionen führender Handelsketten begleitet, der so genannte Black Friday. Es ist der Beginn der Weihnachtseinkaufssaison und die Bilder, die es da teilweise gibt lassen einen schon recht fassungslos zurück. Vor Läden campierende Leute, rennende Massen, Schlägereien, unfassbare Umsätze.

Mit Befriedigung nimmt die Washington Post nun zur Kenntnis, dass es in diesem Jahr erste Anzeichen dafür gibt, dass der Wahnsinn nicht grenzenlos weitergeht. Die Umsätze gingen erstmals seit langem wieder zurück. Die Kommentatorin verleitet dass gleich zur Hoffnung, dass damit auch dem alles fressenden Monster namens Konsum generell Zügel angelegt werden könnten (bei Betrachtung des Videos sind da schon Zweifel erlaubt 😉 ).

Im Branchenblatt Hollywood Reporter gibt es ein Sammelinterview in Form eines Roundtable zur Zukunft der Filmbranche im Angesicht der zahllosen Missbrauchsskandale zu lesen. Unter anderen Jennifer Lawrence, Jessica Chastain und Emma Stone machen sich Gedanken darüber, wie die Kultur des Schweigens durchbrochen werden könnte. Alles in allem sind die Beteiligten recht hoffnungsfroh, was die Aussicht auf einen grundsätzlichen Wandel angeht, zu groß sei doch der bisherige Imageschaden, als könne man einfach zur Tagesordnung übergehen.

So und fast keine Media Outline, ohne die New York Review Books ;). Ich hatte mich ja auch schon einmal mit den verschiedenen Schattierungen von Amerikas Rechter auseinandergesetzt. Eine der sichtbarsten Formen ist hier zweifelsohne der Ku Klux Klan. Adam Hochschild nimmt nun das Erscheinen zweier neuer Bücher zum Anlass, dessen Wirkmächtigkeit und Charakteristika noch einmal genauer zu betrachten und findet auch hier erstaunliche Gegenwartsparallelen. Zudem sehr erhellend, die Rolle von Frauen in der Organisation. Also, wer sich für die sehr spannende Geschichte de Ku Klux Klan interessiert, dem sei die Lektüre wärmstens ans Herz gelegt: Ku Klux Klambakes.

 

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